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Wochenrückblick

2. Oktober 2010 in Allgemein

Auf der Baustelle geht es noch nicht weiter. Zu viel andere Dinge sind zu erledigen. Unter anderem dürfen wir diese Woche einen alten Mitbewohner versorgen: Puschel freut sich auf Lachs mit Forelle und Rind mit Herz.

Jonathan und Samson sind nun schon über eine Woche hier. Langsam spielt sich das neue Leben ein, doch wird es sicher noch ein oder ein paar Jahre dauern bis wir uns so wirklich daran gewöhnt haben. Wegzudenken wären sie heute schon nicht mehr. Das ist natürlich auch das, was das Tagesgeschehen hauptsächlich prägt, zumindest im oberen Stockwerk. Sind die Einrichtungen und Installationen auch so wie sie sein sollen? Gibt es was zu verbessern und vor allem die Frage – wo geht eigentlich immer die Zeit hin… So dass tausendundnochmaleine Sache nicht erledigt werden.

Dann stellt sich zum Beispiel die Frage, ob sowas ins Baby gehört:

Vielleicht kann mir mal jemand erklären, was Taurin, Kupfersulfat oder Mangansulfat im Baby zu suchen hat …

Übrigens sind die Zutatenlisten der teureren Verpackungen nahezu identisch mit denen der nicht ganz so teuren Verpackungen. Die Farbe und Konsistenz des Pulvers sind alles andere als appetitlich.

Mandelmilch für die Zwillinge ist schnell zubereitet. Hier mal ein Hinweis für alle interessierten Leserinnen und Leser: die weitverbreitete Meinung, dass man Säuglingsnahrung nicht selbst herstellen kann ist falsch. Das Rezept ist einfach:

Man nehme 36 g Lactose (Milchzucker)
24 g Mandelmus (das weiße)
400 ml abgekochtes Wasser
200 ml Vollmilch, nicht homogenisiert!

Lactose und Mandelmus mit ganz wenig Wasser anrühren, so entstehen keine Klumpen. Dann nach und nach das restliche Wasser hinzufügen. Die Hälfte davon abnehmen und in einem sauberen Glas im Kühlschrank aufbewahren. Die andere Hälfte mit 100 ml Vollmilch auffüllen und bei belieben kurz auf 80°C erwärmen. In Fläschchen abfüllen, im Wasserbad vorkühlen und dann in den Kühlschrank.

Die andere Hälfte der Wasser-Mandelmus-Lactose-Mischung bei Bedarf mit Milch auffüllen und bei belieben ebenfalls erwärmen.

Nun stellt sich zwangsläufig die Frage: Milch erhitzen oder nicht? Wenn man jemanden fragt, so sagt der auf jeden Fall: Milch erhitzen. Das ist allerdings nur eine Wahrheit. Oder habt ihr schonmal eine Kuh gesehen, die ihrem Kalb die Milch abkocht? Das hat seinen guten Grund. Nicht, dass die Kuh keinen Zugang zum Feuer hätte oder zu einer Milchsterilisieranlage. Es ist einfach Quatsch. Und warum sollte eine Kuh etwas tun was Quatsch ist? Die Natur ist gar nicht so blöd wie viele Menschen glauben. Die Milch hat nämlich ihre wertvollsten Inhaltsstoffe im naturbelassenen Zustand. AAaaaaber aaaaber die böööösen Keime! Höre ich die Fachwelt rufen. Vorsicht vor der Fachwelt, sie irrt nicht zum ersten male. Natürlich enthält die Milch Keime, denn die Keime sind wohl die allerwichtigste Lebensgrundlage überhaupt. Ohne Keime kein Leben. Nun ist natürlich auch mir klar, dass so ein kleiner Organismus wie der eines Säuglings noch nicht so robust ist wie der eines Jugendlichen oder Erwachsenen. Aber ist dies nicht auch gerade ein Grund ihn nur mit den allerwertvollsten Stoffen und Kräften der Natur zu füttern? Was hat so ein kleiner Organismus mit industriell verarbeiteten Stoffen zu tun? Diese Frage wird uns doch auch weiter beschäftigen. Wer qualifizierte Beiträge leisten mag, ist herzlich eingeladen.

Gleichzeitig finden hier Menschenversuche statt. Denn wir sind besorgt um die Gesundheit der Lörracher Bürger. Also starten wir zum Selbstversuch. „Kochen – einmal anders“ nennt sich dieser Versuch und jemand opfert sich und läuft zum nächstgelegenen Supermarkt und greift in irgendein Regal oder eine Truhe. Diesmal waren es Backofenpommes und solche Hühnerteile. Beides wird in den Backofen geschoben – wie es in der Anleitung auf der Verpackung steht. Danach folgt ein Geschmackstest: die Pommes sind labbelige Teile, die eher an eingeweichten Bauschaum als an Kartoffeln erinnern. Der Geschmack ist ähnlich wie der vom Spülschwamm. Die Hühnerteile haben die Konsistenz zwischen Kaugummi und einer gallertartigen Masse und schmecken seifig bis versalzen. Wir müssen uns ernsthafte Sorgen um die Gesundheit der Lörracher Bürger machen. Die Versuchsreihe wird bestimmt fortgesetzt.

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